Vorstellungsgespräche enden nicht einfach, indem Sie durch die Tür hinausmarschieren.

Nach dem Händeschütteln und „Auf Wiedersehen!“ ist der anstrengende Teil (für Sie) vielleicht vorbei... Ihr potentieller Arbeitgeber muss nun jedoch eine wichtige Entscheidung fällen: sind Sie die Person, nach der er Ausschau gehalten hat?

Ein angemessenes Nachhaken nach dem Vorstellungsgespräch kann ein erfolgreiches Meeting abrunden, einen nachhaltigen, positiven Eindruck in den Köpfen der Gesprächspartner hinterlassen und bei der Entscheidung helfen, ob Sie derjenige sind, der am Ende das Rennen macht.

Wie Sie dabei vorgehen, hängt von einigen Faktoren ab und ist letztendlich etwas, das Sie selbst entscheiden müssen. Dabei gibt es eben keine Pauschallösung und selbst mit dem Wissen, dass Sie weitere Vorstellungsgespräche in Aussicht haben, ist es immer eine gute Idee, sich erneut in Erinnerung zu bringen. Es lohnt sich, selbst wenn Sie sich sicher sind, dass Sie den Job bereits in der Tasche haben (andere Bewerber denken allerdings möglicherweise das Gleiche).

Ist es notwendig?

Wenn Sie ein Nachfassen bisher nie in Betracht gezogen haben, machen Sie sich vielleicht Sorgen, etwas Wichtiges außer Acht gelassen zu haben.

In Wahrheit ist ein sogenanntes „Follow-up“ nach dem Vorstellungsgespräch kein generelles Erfordernis und wird von daher auf Seite der Personalvermittler nicht immer erwartet. Einige Leute tun es vielleicht nie und segeln trotzdem sanft in den Hafen ihres Traumjobs.

Die Realität zeigt jedoch, dass ein angemessenes Follow-up nach dem Bewerbungsgespräch in Form einer E-Mail, eines Telefongesprächs oder in Schriftform viele Vorteile mit sich bringt.

Lohnt es sich?

Nachdem Sie sich der gründlichen Prüfung beim Vorstellungsgespräch unterziehen mussten, ist es ein Leichtes zu vergessen, dass es für die Personalvermittler eine harte Nuss sein kann, aus der Reihe der eindrucksvollen Kandidaten den perfekten herauszupicken. Spielen Sie also das Zünglein an der Waage und geben Sie den entscheidenden Ausschlag in Ihre Richtung.

Eine einfache Nachfrage per E-Mail oder ein schneller Anruf kann in einigen Fällen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Und genau aus diesem Grund ist die richtige Vorgehensweise dabei essenziell: Unangemessene oder falsch eingeschätzte Bewerbungsgespräch-Follow-ups können Ihren Chancen unnötigerweise schaden.

Nachhaken, aber richtig!

Die korrekte Wortwahl

Obwohl es viele verschiedene Arten der Nachfrage gibt, berücksichtigen Sie grundsätzlich die nachfolgenden vier essenziellen Punkte, egal für welchen Weg Sie sich entscheiden:

  • Ein „Dankeschön“ für die vom Gesprächspartner aufgewandte Zeit ist immer angebracht
  • Unterstreichen Sie noch einmal Ihre Begeisterung für die Stelle und die damit verbundenen Aufgaben
  • Betonen Sie auf dezente Weise erneut Ihre Eignung für die ausgeschriebene Position
  • Erwähnen Sie weitere bei der Bewerbung vergessene Details

Dieses sind lediglich Anhaltspunkte für das Follow-up. Nicht alle davon sind immer notwendig. Manchmal reicht eine kurze Notiz oder ein Dankesschreiben.

Das letztendliche Ziel besteht nicht nur darin, einen guten persönlichen Eindruck zu hinterlassen, sondern auch ein weiteres Mal zu unterstreichen, warum Sie der geeignetste Kandidat sind.

Denken Sie daran: Sie wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen, weil man Sie für einen aussichtsreichen Bewerber hält. Ihr potentieller Arbeitgeber möchte ernsthaft wissen, ob Sie die richtige Besetzung für den Job sind. Ihre erneute Kontaktaufnahme im Zuge der Nachfrage kann ihm dabei helfen, die richtige Entscheidung zu finden.

Wie Sie dabei vorgehen, hängt weitestgehend von der vorherrschenden Branchenkultur, der Persönlichkeit und dem Bauchgefühl ab. Versuchen Sie, Ihre Gesprächspartner beim Bewerbungsgespräch zu „lesen“ und richten Sie Ihr Follow-up grundsätzlich an die Person mit der Hauptverantwortung für den Einstellungsprozess. In einigen Fällen ist dies der Stellvertreter der Personalabteilung, in anderen Ihr zukünftiger direkter Vorgesetzter oder relevanter Abteilungsleiter (sorgen Sie dafür, dass Sie über deren Kontaktdaten verfügen, wenn Sie ein Follow-up in Betracht ziehen).

Woran Sie denken sollten

Da das Nachhaken im Anschluss an ein Bewerbungsgespräch im großen Maße davon abhängt, was Sie für angemessen halten, haben wir Ihnen nachfolgend eine Liste der wichtigsten Faktoren zusammengestellt, die Sie berücksichtigen sollten

  • Zeitlicher Rahmen: Machen Sie Ihr Follow-up innerhalb von 24 Stunden. Sollten Sie bisher noch keine Antwort erhalten haben, stellen Sie sicher, dass eine angemessene Zeitspanne verstrichen ist.
  • Vorgehensweise: Halten Sie sich an den bereits im Vorstellungsgespräch angeschlagenen Tonfall. Dies schafft einen natürlichen Dialog.
  • Persönliche Ansprache: Das Follow-up sollte eine persönliche Note haben, seien Sie also Sie selbst und rufen Sie sich auf diese Weise beim Interviewer in Erinnerung.
  • Formaler Rahmen: Follow-ups sollten eine persönliche Note haben, gleichzeitig jedoch strikt professionell ausgerichtet sein. Gehen Sie von daher auf Nummer sicher und bleiben Sie förmlich.
  • Referenzpunkte: Denken Sie an wichtige und positive Aspekte, die während des Interviews zur Sprache kamen, und beziehen Sie sich erneut darauf.
  • Seien Sie sorgfältig: Sie möchten präzise sein und einen guten Eindruck hinterlassen, nehmen Sie sich von daher ausreichend Zeit für Ihre Botschaft und feilen Sie daran, bis sie perfekt ist.

E-Mail, Anruf oder Brief?

Wie wir bereits im letzten Abschnitt erwähnt haben, wird Ihre Entscheidung bezüglich der Art der Kommunikation davon beeinflusst, wie Sie bereits mit dem Hauptinterviewer gesprochen haben.

Wurden Sie per Telefon zum Interview eingeladen, suchen Sie das Nachgespräch ebenso via Telefon. Beschränkte sich Ihr bisheriger Kontakt auf E-Mail-Verkehr oder möglicherweise LinkedIn, bleiben Sie am besten dabei.

Letztendlich sollten Sie sich jedoch für das entscheiden, was sich am angemessensten anfühlt.

Werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten:


E-Mail (oder Online-Nachricht)

Der Standard für die meisten Leute. Wahrscheinlich stehen Sie bereits per E-Mail oder Online-Messaging/Rekrutierungsplattform in Kontakt, bleiben Sie von daher für das Follow-up bei dieser Dialogform.

Wenn das Interview online durchgeführt wurde, ist dieses natürlich der zu bevorzugende Kanal.

Vermeiden Sie in der Kommunikation möglichst ohnehin Bekanntes oder ein Wiederkäuen Ihrer ursprünglichen Bewerbung. Beziehen Sie sich auf das Bewerbungsgespräch und bleiben Sie präzise und relevant. Zu viel Text erzeugt unter Umständen ein Gefühl der Belästigung.

Haben Sie nicht viel hinzuzufügen, schicken Sie lediglich kurze Dankeschön-E-Mail.


Telefon

Hat Sie Ihr Interviewer zur Anberaumung des Meetings oder zwecks einer Vorauswahl angerufen, ist ein kurzer Telefonanruf (während der Bürozeiten) möglicherweise eine gute Idee.

Wollen Sie diesen Weg einschlagen, bereiten Sie sich hinsichtlich dessen, was Sie sagen wollen, gut vor. Machen Sie sich im Vorfeld ein paar Notizen, damit Sie den Faden nicht verlieren. Wenn Sie nervös klingen und nichts Interessantes mitzuteilen haben, hinterlassen Sie keinen guten Eindruck.


Brief oder Notiz

Ziehen Sie diese Option nur in Betracht, wenn Sie sicher sind, dass dieses angemessen ist. Heutzutage ist diese Form der Kommunikation möglicherweise zu formell oder etwas altmodisch. Da sich jedoch alle Branchen und Unternehmen voneinander unterscheiden, schließen Sie dieses nicht komplett aus - eine handgeschriebene Notiz hat mit Sicherheit eine sehr bewusste und persönliche Note.

Es ist wichtig, dass Sie innerhalb von 24 Stunden von sich hören lassen; wenn also davon auszugehen ist, dass ein Brief auf dem Postweg länger benötigt, sollten Sie darüber noch einmal nachdenken. Wenn Sie den Brief oder eine kurze persönliche Notiz selber abgeben, können Sie dieses Problem umgehen.

Der Inhalt sollte dem einer E-Mail gleichen. Nur um der Sache selbst willen sollten Sie nicht zu ausführlich werden, bleiben Sie also präzise, professionell und etwas formeller als in einer Online-Nachricht. Das wichtigste ist, dass Sie sich auf das Bewerbungsgespräch beziehen und etwas Bedeutsames und Neues zu sagen haben.


Persönlich

Besuchen Sie Ihren Interviewer nur persönlich, wenn es praktikabel und Ihrer Meinung nach angemessen ist. Sie dürfen niemanden belästigen oder irgendwie verzweifelt wirken. Versuchen Sie, die Angelegenheit möglichst kurz, professionell und freundlich zu halten.

Legen Sie sich klar zurecht, was Sie sagen möchten und kommen Sie zügig zur Sache - erwarten Sie kein ausgedehntes Gespräch oder eine vertiefende Diskussion, da dieses eine Fortführung des Interviews bedeuten würde, was nicht im Interesse der Personalvermittler liegt.

Wie Sie beim Follow-up nicht vorgehen dürfen

Obwohl das Nachhaken im Anschluss an ein Bewerbungsgespräch ein lohnenswertes Unterfangen sein kann - und viele würden sagen, ein zwingend notwendiges - nutzt es Ihnen nur, wenn Sie dabei richtig vorgehen. Nichts ist schlimmer, als keine Mühen zu scheuen, damit aber einen schlechten Eindruck zu hinterlassen und letztendlich all die harte Arbeit eines erfolgreichen Bewerbungsgesprächs zunichte zu machen.

Einige Dinge sollten Sie im Kopf behalten, damit Sie nicht übers Ziel hinausschießen:

  • Erzwingen Sie nichts: Fühlt es sich nicht gut an, lassen Sie es. Senden Sie nur eine Nachricht, wenn Sie sicher sind, das diese gut aufgenommen werden wird.
  • Käuen Sie nicht alles wieder: Fassen Sie sich kurz und wiederholen Sie nicht zu viel von Ihrer ursprünglichen Bewerbung. Versuchen Sie, etwas Neues hinzuzufügen oder die wichtigste(n) Botschaft(en) herauszustellen.
  • Verkaufen Sie sich nicht über Wert: Sie möchten einen guten Eindruck hinterlassen und nicht Ihre Großartigkeit aufdrängen. Sie sollten sich bereits im Bewerbungsgespräch entsprechend gut verkauft haben.
  • Senden Sie keine Verbindungsanfrage via LinkedIn: Warten Sie damit, bis der Einstellungsprozess vorbei ist, ob Sie den Job bekommen oder nicht.
  • Einmal ist genug! Was immer auch passiert, schicken Sie nicht mehr als eine Nachricht, wenn Sie keine Antwort erhalten. Sie könnten damit Ihren Gegenüber verärgern. 
  • Schweifen Sie nicht vom Thema ab: Bleiben Sie professionell und konzentrieren Sie sich auf den Job.