Die Sprache und deine Sprachkenntnisse spielen eine wichtige Rolle, wenn es um ein Praktikum im Ausland geht. Schließlich geht man ja auch mit dem Ziel ins Ausland, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Dafür ist aber ein gewisses Basisniveau nötig - denn wer im Ausland arbeiten will, muss in der Lage sein, mit seinen Kollegen und Vorgesetzten zu kommunizieren. Hier widmen wir uns den wichtigsten Fragen zu diesem Thema:

  • Welche Sprachkenntnisse sind gefordert?
  • Im Zweifel bei den eigenen Sprachkenntnissen lieber hoch-oder tiefstapeln?
  • Wie kann ich meine Sprachkenntnisse richtig einschätzen?
  • Wie kann ich meine Sprachkenntnisse verbessern?

Und los geht's:

Welche Sprachkenntnisse sind gefordert?

Im Normalfall gibt der potenzielle Arbeitgeber in der Stellenbeschreibung genau an, welche Sprachen (und manchmal auch welches Niveau) für das Praktikum notwendig sind. Dabei wirst du sicher in vielen Fällen auf Englisch stoßen, denn das ist international die meistgenutzte Business-Sprache. Hinzu kommt manchmal noch eine lokale Sprache. Häufig gibt es spezielle Anforderungen, je nachdem welche Aufgaben in deinem Praktikum auf dich warten. Vielleicht sucht ja gerade jemand einen Praktikanten mit Deutsch als Muttersprache? Graduateland zum Beispiel sucht immer mal wieder Praktikanten, die in ihrer Muttersprache Texte wie diesen hier schreiben ;)

Übrigens lohnt es sich schon aus zwei Gründen, die Stellenbeschreibung genau zu lesen und sich intensiv damit auseinanderzusetzen:

  1. Du weißt, was auf dich zukommt und ob du den Anforderungen (Sprachen und andere Voraussetzungen) entsprichst.
  2. Der Arbeitgeber weiß, dass du die Stellenbeschreibung gelesen hast. (Denn tatsächlich scheitern die meisten Bewerbungen schon daran, dass Bewerber in ihrem Anschreiben nicht auf die Beschreibung eingehen)  

Im Zweifel bei den eigenen Sprachkenntnissen lieber hoch- oder tiefstapeln?

Kurz gesagt: Keins von beidem!

Sei ehrlich bei deinen Sprachkenntnissen (wie sonst im Leben nach Möglichkeit auch). Und zwar aus einem einfachen Grund: die Wahrheit kommt spätestens im Bewerbungsgespräch ans Licht. Wer sich beispielsweise bei einer englischsprachigen Firma bewirbt und seine Sprachkenntnisse mit ‘full proficiency’ einstuft, sollte auch wirklich verhandlungssicher sein und sich sowohl schriftlich als auch mündlich sehr gut ausdrücken können.

Wenn du dich auf eine Praktikumsstelle im Ausland bewirbst und noch nie in dem Land gelebt hast, ist es absolut legitim zu sagen, dass man das Praktikum auch nutzen möchte um seine Sprachkenntnisse zu verbessern.

In den meisten Fällen erwartet auch niemand von dir, dass du eine Sprache komplett fehler- und akzentfrei sprichst. Selbst Muttersprachler machen mal einen Fehler - außerdem kann ein Akzent oder kleinere Fehler auch sehr charmant und sympathisch sein. Nun zählt der deutsche Akzent vielleicht nicht zu den hübschesten, wird jedoch in den meisten anderen Sprachen als gut verständlich wahrgenommen.

Wie kann ich meine Sprachkenntnisse richtig einschätzen?

Wahrscheinlich denkst du dir jetzt: „Okay, ehrlich sein bei den Sprachkenntnissen, geht klar. Aber wie gut sind meine Sprachkenntnisse denn eigentlich?“. Denn Ehrlichkeit hilft eben nicht so richtig weiter, wenn man gar nicht weiß wie gut die eigenen Sprachkenntnisse sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Sprachkenntnisse zu kategorisieren. Dazu zählen etwa Punktesysteme bei Sprachtests, der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER) mit Levels von A1 – C2 oder die Einstufung in Kategorien von „Grundkenntnisse“ bis „Verhandlungssicher“(Letzteres verwenden wir zum Beispiel auch für die Nutzerprofile auf Graduateland).

Hier eine Reihe von Möglichkeiten, wie du deine Sprachkenntnisse einordnen kannst:

  • Sprachtests wie der IELTS oder TOEFL im englischsprachigen Raum sowie der TFI/DELF für Französisch oder der DELE für Spanisch. (Im Gegensatz zu Universitäten verlangen Firmen zwar meist keine Sprachtests von ihren Bewerbern, aber die Angabe eines bestimmten Zertifikats im Lebenslauf kann helfen, deine Sprachkenntnisse zu belegen).
  • Kostenlose Online-Tests zum Beispiel von sprachtest.de oder detaillierte Beschreibung der Kategorien auf der offiziellen Seite des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
  • Sprich mit deinen Freunden, frag sie, was sie in ihren Lebensläufen angeben und überleg dir, wie du dein Level im Vergleich mit ihnen einschätzt.
  • Falls du ohnehin noch einen Sprachkurs machen willst, bevor du ins Ausland gehst, frag bei der Schule nach - meist machen Sprachschulen bei Neuanmeldungen ohnehin einen Einstufungstest.

Wie kann ich meine Sprachkenntnisse verbessern?

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Sprachkenntnisse für ein Auslandspraktikum noch nicht ausreichen, solltest du dich davon nicht abschrecken lassen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich in einer Sprache zu verbessern. Der Klassiker: Filme oder Serien auf der jeweiligen Sprache gucken. Und das ist heute in Zeiten von (mehr oder weniger legalen) Online-Streaming-Diensten einfacher denn je. Filme sind vor allem gut um das Hörverstehen zu trainieren und den eigenen passiven Wortschatz zu erweitern. Aber auch wenn das etwas bringt - in deinem Praktikum sollst ja nicht nur zuhören, sondern auch sprechen und der “Game of Thrones”- oder Sportwetten-Wortschatz ist dabei nur begrenzt hilfreich. Deswegen hier noch ein paar Tipps, wie du deine Kenntnisse verbessern kannst:

  • TOEFL-Videos: Auch wenn du nicht vor hast einen Sprachtest zu machen, schau dir mal die Videos zur Vorbereitung auf dem offziellen TOEFL Youtube Channel an. Die Macher des Tests geben am Ende der Videos zu den einzelnen Aufgabentypen immer interessante Tipps, wie du deine Sprachkenntnisse in den jeweiligen Bereichen (Schreiben, Sprechen, etc.) verbessern kannst. Es geht hier zwar speziell um Englisch, aber die Tipps sind auch für jede andere Sprache anwendbar.
  • Sprachkurse: Diese sind meist kostenpflichtig, bringen dafür aber dein Sprachlevel professionell voran.
  • Bring die Sprache in deinen Alltag: Damit ist nicht eine Staffel „How I met your Mother“ auf Englisch gemeint. Beschäftige dich zum Beispiel mal mit Nachrichten in der jeweiligen Sprache oder lies dir fachbezogene Artikel durch. Dadurch kannst du vor allem dein Vokabular verbessern.
  • Tandem-Partner: Vernetz dich mit Leuten, die deutsch lernen wollen und dir gleichzeitig mit deinen Sprachkenntnissen auf ihrer Muttersprache helfen können. Größter Vorteil: Es ist kostenlos, du lernst eine Sprache in einer entspannten Umgebung und findest eventuell sogar eine nette neue Bekanntschaft! Schau mal in Foren oder auf Facebook, es gibt bestimmt auch Tandem-Gruppen in deiner Stadt.
  • Check doch mal unseren Karriere-Guide: Hier findest du jede Menge Artikel auf Englisch, Dänisch, Schwedisch und Norwegisch. Damit verbesserst du deine Sprachkenntnisse und Tipps rund um deinen Karrierestart gibt’s noch oben drauf.

Sprachkenntnisse sind wichtig, doch wer im Ausland arbeiten will, sollte sich auch Gedanken über seine internationale Bewerbung und den organisatorischen Ablauf machen. Ansonsten: viel Erfolg bei deiner Suche nach einem Praktikum im Ausland!