Die Vorbereitung für ein Auslandspraktikum erfordert Eigeninitiative, ein gutes Zeitmanagement und viel organisatorische Planung. Damit du dich auf deinen Aufenthalt freuen kannst und nicht unter unnötigen Stress gerätst, haben wir einen Überblick darüber erstellt, um was man sich wann auf dem Weg ins Ausland kümmern sollte. Den Zeitplan kannst du hier auch als PDF runterladen.

 

Dein Weg ins Auslandspraktikum im Überblick

 

1. Setz deine Prioritäten

Stadt, Land, Sprache, Branche oder ein bestimmtes Unternehmen - Was ist dir am wichtigsten? Sobald du das herausgefunden hast, kannst du anfangen gezielt nach Praktika zu suchen. So sparst du Zeit bei der Recherche und kannst frühzeitig einschätzen, was unter Berücksichtigung deiner Prioritäten realistisch ist. Wenn du sehr auf eine bestimmte Stadt und einen Zeitraum fixiert bist, musst du eventuell bei der Art des Praktikums Abstriche machen und etwas breitgefächerter suchen. Außerdem spielt hier auch dein Budget eine große Rolle: Ist es realistisch in Branche X und Stadt Y ein vergütetes Praktikum zu finden? Wenn nicht, kannst du dir ein unbezahltes Praktikum leisten? Recherchier schon einmal, was für Kosten auf dich zukommen würden - eventuell musst du nach günstigeren Alternativen zu Paris und London gucken, wenn du von mehr als Brot und Wasser leben möchtest.

Trotzdem gilt natürlich: Umso eher du dir deiner (realistisch gesetzten) Prioritäten bewusst bist, desto schneller kannst du anfangen mit interessanten Arbeitgebern in Kontakt zu treten und intensiv nach Praktika suchen, die dir wirklich zusagen.

 

2. Halt eventuelle Visafristen ein

Die frühzeitige Recherche zu Visafristen ist essenziell, falls du auf der Suche nach Praktika außerhalb von Europa bist. Häufig ist die Vergabe dieser Visa auf bestimmte Personengruppen beschränkt, an bestimmte Anforderungen gekoppelt und muss frühzeitig beantragt werden. In den USA musst du beispielsweise erst einen Arbeitgeber als Sponsor finden und eine ganze Liste anderer Anforderungen erfüllen, bevor du das J-1 Visum beantragen kannst. Hast du dazu überhaupt noch ausreichend Zeit? Informier dich, um deine Praktikumssuche auf dieser Basis bestmöglich zu strukturieren!

 

3. Bereite deine Bewerbungsunterlagen vor

Da Praktikumsstellen häufig nur für einen kurzen Zeitraum ausgeschrieben sind, lohnt es sich von vornherein schon einmal die Bewerbungsunterlagen auf den neusten Stand zu bringen um nicht eventuelle Deadlines zu verpassen. Schon eine Übersetzung aus dem Deutschen kann viel Zeit kosten - wenn man dann auch noch sicher gehen will, dass die Bewerbung den Gepflogenheiten des jeweiligen Landes entspricht, erhöht sich der Aufwand noch. Mit unserer Sechs-Punkte-Checkliste kannst du sicherstellen, dass du alles Wichtige in deinen Unterlagen beachtet hast.

 

4. Startschuss: Praktikumssuche

Wie viel Zeit die eigentliche Praktikumssuche in Anspruch nimmt, kommt auf viele Faktoren an. Häufig werden Praktika erst relativ kurzfristig vor dem Startdatum ausgeschrieben. Wenn du nun eine interessante Stelle findest für ‘ab sofort’, aber erst in sechs Monaten anfangen kannst, lohnt es sich oft, trotzdem zu schreiben und sich schon einmal vorzustellen. Insbesondere bei Praktika sind viele Firmen flexibel, was das Startdatum oder auch die Anzahl von Praktikumsplätzen angeht. Ansonsten - bleib dran und such regelmäßig nach neuen Ausschreibungen und interessanten Firmen. Die Suche nach einem Praktikum kann sich bereits in Deutschland  langwierig und zeitaufwendig gestalten - also nicht verzagen, Initiative zeigen, gerne auch mal anrufen und die Wartezeit zum Netzwerken nutzen.

 

5. Polier deine Sprachkenntnisse auf!

Egal, ob du bereits ein Praktikum gefunden hast oder nicht, du solltest frühstmöglich damit anfangen, deine Sprachkenntnisse aufzufrischen. Je sicherer du dich in einer Sprache fühlst, umso selbstbewusster und authentischer kannst du dich zum Beispiel schon im Bewerbungsgespräch  präsentieren. Außerdem wird es dir im Praktikum einfacher fallen, dich auf deine fachlichen Kompetenzen zu konzentrieren, wenn du nicht ständig nach Übersetzungen suchen musst. So kannst du mehr Verantwortung übernehmen und letztendlich die meisten Erfahrungen sammeln. Deine Sprachkenntnisse werden es dir außerdem erleichtern, mit Locals in Kontakt zu treten und Freunde zu finden - schließlich besteht dein Auslandsaufenthalt aus mehr als nur Arbeit!

 

6. Klär alles Organisatorische

Für einen stressbefreiten Auslandsaufenthalt gilt es auch, alles Organisatorische um das Praktikum herum zu klären, sprich Budget, Auslandsversicherung, Bankkonto, Kreditkarte, Handyvertrag, Reisepass etc. Ein Auslandsaufenthalt ist selbst im Optimalfall mit vielen Extrakosten verbunden, unnötige Telefonverträge oder hohe Abhebegebühren müssen dein Budget nicht noch zusätzlich strapazieren. All das lässt sich am besten klären, so lange du noch in Deutschland bist! Als nächstes kannst du dich an eine genauere Budgetplanung setzen um einschätzen zu können, was für monatlichen Kosten circa auf dich zukommen werden. Im Endeffekt wird ein Auslandsaufenthalt doch meist teurer als erwartet, trotzdem kann dich eine realistische Budgetplanung zumindest vor Schulden am Ende des ersten Monats bewahren.
 

7. Finde eine Unterkunft

In einem Monat geht’s los und du hast nach wie vor keine Unterkunft? Keine Panik, gerade temporär vermietete Zimmer werden häufig erst kurzfristig online gepostet, insbesondere in Städten, wo Wohnraum knapp ist. Um den Suchprozess trotzdem möglichst schnell zu gestalten, nutze am besten alle Kanäle: Onlineportale, Facebook-Gruppen, dein persönliches Netzwerk. Frag auch mal auf Airbnb und bei Couchsurfern nach, eventuell kannst du hier einen guten Deal aushandeln. Darüber hinaus kannst du deinen zukünftigen Arbeitgeber um Rat bitten oder beispielsweise in Studentenwohnheimen anfragen.

Ansonsten lohnt es sich vor allem nach Zimmern zu suchen, die zur Zwischenmiete zur Verfügung stehen. Hier hast du sicherlich bessere Chancen als bei Wohnungen, für die langfristige Mieter gesucht werden. Darüber hinaus sind Zimmer zur Zwischenmiete oft möbliert, normalerweise verhältnismäßig günstig und meist in Wohngemeinschaften, was im Optimalfall bedeutet, dass du ein paar nette Mitbewohnern bekommst.

 

8. Vernetz dich mit anderen Expats

In deutschen Expat Gruppen auf Facebook etc. findest du nicht nur Diskussionverläufe dazu, wo es in einer bestimmten Stadt deutschen Quark zu kaufen gibt. Allzu häufig kommen Fragen auf, ob es z.B. ein Äquivalent zur deutschen Bahncard gibt, welche Sprachschule besonders empfehlenswert ist oder wie es sich mit dem ortsüblichen Arbeits- und Steuerrecht verhält im Vergleich zu Deutschland. Häufig findest du diese Sachen hier unkompliziert und ohne viel Rechercheaufwand heraus, erhälst vielleicht schon den richtigen Link oder findest jemanden, der dir hilft… Und falls dir doch einmal der Sinn nach deutscher Gesellschaft steht, ist hier auch der richtige Ort um nach einem Feierabendbier zu fragen!

 

9. Bereite dich auf deinen ersten Tag vor

… und dies gilt nicht nur für die inhaltliche Vorbereitung. Wenn dir bereits gesagt wurde, dass du viel mit Excel arbeiten musst, dann lohnt es sich immer, vorher noch einmal seine Kenntnisse aufzufrischen. Darüber hinaus werden dir aber sicherlich auch Fragen dazu begegnen, wieso du dich ausgerechnet für Land oder Stadt XY entschieden hast oder wie du als Ausländer gewisse kulturelle oder politische Sachen siehst. Eine gute Vorabrecherche bewahrt dich nicht nur vor eventuellen kulturellen Fettnäpfchen und peinlichen Wissenlücken, sondern zeigt auch ernsthaftes Interesse an Land, Leuten und Kultur - definitiv ein Pluspunkt am Arbeitsplatz!